Verborgene Schätze

Gerade weil diese beiden Seen nicht zu den ganz "großen" in Kärnten zählen, besitzen sie einen ganz besonderen Zauber. Unter den Fischern herrscht die sprichwörtliche Kärntner Gastfreundschauft und Gastanglern hilft man gerne mit guten Ratschlägen. Der Fischfang ist hier den Anglern vorbehalten, eine kommerzielle Netzfischerie gibt es nicht. Lediglich zur Laichgewinnung und Bestandskontrolle findet 1x jährlich eine Befischung statt.

Natürlich kann man im Sommer mit der Familie hier auch einen herrlichen Badeurlaub verbringen, die Angelausrüstung sollte man aber unbedingt mitbringen. Denn die beiden Seen beherbergen einen hervorragenden Fischbestand. Dabei muss man nicht unbedingt ein "Profi" sein, um einen guten Fisch zu fangen.

Am Afritzer- und Brennsee kommen Hobbyangler genauso auf ihre Rechnung wie Raub- und Friedfischspezialisten. "Renkenzupfer" haben hier die Gelegenheit, sowohl auf Boden- und Schebrenken als auch auf besonders kampfstarken Peled Maräne zu fischen. Die Reinanken oder Fellchen, wie sie auch genannt werden, schmecken herrvorragend, allerdings nicht nur uns Fischern, sondern auch den großen Hechten in beiden Seen. Die Chancen einen starken Esox zu erbeuten, sind ausgezeichnet - die Kapitalen treiben hauptsächlich im Freiwasser ihr Unwesen. Allerdings sllte man auch auf andere große Raubfische gefasst sein, so werden jedes Jahr einige schwere Waller gefangen, die in den warmen und nahrungsreichen Fluten dieser beiden Seen sehr gut abwachsen. Dort in der Tiefe der Seen geistern auch große Seeforellen herum, gefangen werden sie im Gegensatz zu den Hechten und Wallern aber nur selten. In den Uferbereichen treiben sich neben den kleineren Hechten oft sehr schöne Barsche herum. Exemplare bis 50cm wurden schon gefangen, sind allerdings die Ausnahme. Wer's friedlich mag, kann sich nit Karpfen, Brachsen, Schleien und Rotaugen auseinander setzen. Bei den Karpfen hat man gute Chancen auf kapitale "Spiegler", mit etwas Glück kann man auch einen der echt schlanken wunderschönen Wildkarpfen erbeuten, auch hier kann man Stückgewicht von 3kg und darüber fangen. Sendsationell, wenn auch sehr schwer zu fangen, sind die großen Rotaugen vom Afritzersee. Einzelne Fische wiegen deutlich über 1kg.

Eine Fanggarantie gibt es hier, so wie anderswo natürlich nicht, aber mit etwas Glück und Ausdauer fängt hier jeder seinen Fisch. Würden die Fische ständig beißen, wären selbst so fischreiche Seen, wie der Brenn- und Afritzersee bald leer gefischt.

Anm. d. Red.: Herr FM Wolfgang Hauer ist als Berichterstatter für diverse Angelzeitschriften seit Jahren Kenner unserer beiden Seen und leitet Jahr für Jahr Laichfischfang und Bestandsaufnahmen.