In Zusammenarbeit mit dem Institut für Zoologie und Limnologie der Leopold – Franzens – Universität Innsbruck und Herrn Univ. Prof. Mag. Dr. Christian Sturmbauer wurden Fische aus dem Anraser See in Anras/Osttirol entnommen und auf ihre genetische Reinheit untersucht. Das daraus resultierende Gutachten kam zu dem Entschluss, dass alle untersuchten Tiere eine identische DNA - Sequenz aufweisen, was auf eine eindeutig danubische Herkunft schließen lässt. Dies bedeutet, dass die Tiere seit ihrer Einbürgerung vor etwa fünf Jahrhunderten nicht durch weitere Besetzungen mit Fischen aus Zuchtanstalten oder aus Gewässern mit Mischpopulationen genetisch verändert wurden.

Anraser See
Fischlarven
Urforelle

In den letzten 30 Jahren ist es zu einem drastischen Rückgang der Bachforellenbestände in den heimischen Fließgewässern gekommen. Die Gründe dafür sind nicht restlos geklärt, es ist jedoch erwiesen, dass der Besatz mit standortfremden Fischen dazu beigetragen hat. Unsere heimischen Populationen wurden durch jahrzehntelangen intensiven Besatz mit Brutstämmen aus anderen europäischen Regionen genetisch so stark verändert, dass endemische Linien nahezu ausgerottet sind. Leider mussten wir feststellen, dass praktisch alle Populationen eine Mischung aus ursprünglich heimischen Bachforellen und fremden Genotypen bilden. Es war schon fast unglaublich, in welch entlegenen Gegenden bereits die Durchmischung stattgefunden hat.

Die Fische aus dem Anrase See wurden abgestreift. Die so entstandenen Jungfische werden nun in der Fischzuchtanlage in Feld am See in einem eigenen Teich herangezogen. In den letzten Jahren wurden einige tausend Stück im Nationalpark Hohe Tauern als Genpool in ausgesuchten Bächen ausgesetzt. Der Nachteil besteht darin, dass diese Fische sehr langsam abwachsen (brauchen doppelt so lange!). Wir versuchen daher, durch Selektierung das Wachstum zu verbessern.